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Als moderne Zahnarztpraxis in Wiesbaden  wollen wir Sie gerne auch online mit allen Informationen rund um unsere Angebote versorgen. Wir sind bemüht, Sie an dieser Stelle stets besonders aktuell auf dem Laufenden zu halten. Sie finden auf diesen Seiten nützliche Hinweise zu fachlichen Fragestellungen sowie zum Spektrum und der Organisation unserer Praxis.

Tätigkeittsschwerpunkte zertifiziert durch die Landeszahnärztekammer Hessen:

Implantologie - KinderzahnheilkundeÄsthetische Zahnheilkunde - Funktionstherapie
                                                          

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We practice general dentistry but are also certified specialists in Oral Surgery, Implantology, Aesthetic Dentistry and Child and Youth Treatment. Of course we speak english. (Thanks, Tom)

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Bleaching 


Nach über einem Jahrzehnt der Diskussion über das Bleichen von Zähnen als medizinische und/oder kosmetische Maßnahme – eigentlich eher einer Diskussion über denmedizinischen Anspruch der Zahnmedizin – kehrt langsam wieder der Sachverstand ein. Ein Überbleibsel dieser Zeit ist eine Vielzahl von Produkten zur chemischen Bleichung (für die häusliche Anwendung) und eine ganze Reihe von vorwiegend produktbezogenen klinischen Studien. So ist es Zeit zu fragen, was aus wissenschaftlicher Sicht an Erkenntnissen gewonnen wurde, und ob sich zwischenzeitlich der Grad der Evidenz bezüglich des Themas verbessert hat. Denn gerade bei überwiegend ästhetisch motivierten Eingriffen bedürfen Fragen, wie die nach der Wirksamkeit der verfügbaren Bleichmittel in placebokontrollierten Studien, der Dauerhaftigkeit desTherapieerfolges und auch der Anwendungssicherheit bzw. möglichen Nebenwirkungen, wissenschaftlich gutabgesicherter Antworten. Kürzlich ist – über die bereits veröffentlichte Stellungnahme der DGZMK aus dem Jahr 2001 hinaus – eine beachtenswerte Review erschienen (Hasson et al., Cochrane Database Syst Rev 2006), die sich systematisch mit den verfügbaren Publikationen zu diesem Themenkreis auseinandersetzt und eine kritische Beurteilung des derzeitigen Erkenntnisstandes erlaubt.


In den zurückliegenden Jahren wurde eine Vielzahl von kommerziell erhältlichen Produkten zur (chemischen) Bleichung von Zähnen in häuslicher Anwendung einge-führt. Die gebräuchlichsten Wirkstoffe stellen dabei Carbamidperoxid oder Wasserstoffperoxid in unterschiedlichen Konzentrationen dar. In der bereits oben erwähntensystematischen Review wurden insgesamt 416 Publikationen ausgewertet, von denen jedoch nur 25 den Auswertungskriterien genügten (z. B. klinisch kontrollierte Studie, Splitmouth- oder Paralleldesign, quantitative Erfassung und Auswertung der Studienergebnisse). Nur in sechs Studien (!) betrug der Nachuntersuchungszeitraummehr als einen Monat und ausnahmslos alle ausgewerte-ten Untersuchungen waren von Herstellern von Bleichprodukten gesponsert. Bezüglich der Effektivität des Bleichens erwiesen sichalle in den Studien untersuchten Bleichprodukte im Vergleich mit einem Placebo bzw. mit einer nicht behandelten Kontrollgruppe als wirksam. Bei dem Vergleich verschiedener Bleichmittel in unterschiedlichen Studien wurde darüber hinaus deutlich, dass sowohl die Applikationsform (individuell angefertigte Schienen, Strips oder direktes Auftragen) als auch der Wirkstoff (Carbamidperoxid, Wasserstoffperoxid) und vor allem die Konzentration der aktiven Substanzen, Einfluss auf das Behandlungsergebnis haben. Obwohl ein Vergleich der Methoden und Wirkstoffe angesichts der Unterschiede zwischen den Studien bezüglichdes Versuchsdesigns, der Kontrollgruppen und des Auswertungszeitraums nur begrenzt möglich war, stellen die Autoren wesentliche Ergebnisse dar, von denen sich einige diewie folgt zusammenfassen lassen: a) Strips mit Wasserstoffperoxid (6 %) sind zwar effektiver als ohne individuelle Schiene aufgetragene Gele (18 %), aber weniger effektiv als Gele (6,5 %), die mit einer Schiene appliziert werden, b) Carbamidperoxid (5 %), das in einer individuell angefertigten Schiene appliziert wird, ist ebenfalls wirksamer als Carbamidperoxid Gel (18 %), das ohne Schiene aufgetragen wird, und c) erwartungsgemäß sind Produkte mit höheren Wirkstoffkonzentrationen wirksamer als solche mit niedrigeren (bei gleichzeitig jedoch größerer Wahrscheinlichkeit vonunerwünschten Therapiefolgen)

Der Untersuchungszeitraum, in dem das Therapieergebnis nach dem Bleichen beurteilt wurde, betrug bei derüberwiegenden Anzahl der ausgewerteten Studien maximal drei Wochen. Daher stehen nur wenige Studien zur Beurteilung der Dauerhaftigkeit des Behandlungsresultats zur Verfügung. Die Ergebnisse dieser Studien weisen übereinstimmend darauf hin, dass bei den meisten Zähnen auch noch nach drei bzw.sechs Monaten eine deutliche Aufhellung der gebleichtenZähne festzustellen ist. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass der Grad der Aufhellung bei jugendlichen Patienten initial größer ist als bei älteren Patienten. Bei längerer Beobachtung kam es jedoch zu einem Ausgleich, sodass dann keine signifikanten Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Personen mehr feststellbar waren.Ein weiterer wichtiger Aspekt stellt das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen dar, die sich in den verschiedenen Untersuchungen im wesentlichen in Form von transienten Hypersensibilitäten der behandelten Zähne und/oder temporären Reizungen der Mund-schleimhaut bzw. der Gingiva äußerten. Die Häufigkeitder diesbezüglichen Beobachtungen variierte erheblich. Ein limitierender Faktor für gesicherte Aussagen bezüglich des Auftretens von Nebenwirkungen stellt dabei dieTatsache dar, dass in fast allen Studien Patienten mit Gingivarezessionen, Zahnhalsläsionen, bestehenden Veränderungen der Mundschleimhaut und anamnestisch bekannten Hypersensibilitäten der Zähne von Beginn an ausgeschlossen wurden. Ein Anhalt für die Häufigkeit von unerwünschten Nebenwirkungen findet sich in der aktuellen EU-Empfehlung zu wasserstoffperoxidhaltigen Bleichmitteln und Mundhygieneprodukten (12/2007). Hier wird auf eine Umfragestudie mit 8143 teilnehmenden Zahnärzten verwiesen, von denen 62,2 % Hypersensibilitäten, 45,9 % Mundschleimhautreizungen, 2,1 % systemische Effekte als Nebenwirkungen bei Bleichtherapien an vitalen Zähnen beobachteten. Sowohl die EU-Kommission als auch die Autoren der Cochrane-Reviewstellen fest, dass es zurzeit keine belastbare wissenschaftliche Grundlage zur Beurteilung von (Langzeit-)Nebenwirkungen gibt.


Nach aktuellem Erkenntnisstand sind die verfügbaren Produkte zur Bleichung vitaler Zähne in der Lage, mindestens eine kurz- bis mittelfristig andauernde Aufhellung der Zahnhartsubstanzen zu bewirken. Deutliche Wissensdefizite bestehen hingegen zur Frage des Langzeiterfolgesdes Behandlungsergebnisses und – vor allem – bezüglich möglicher unerwünschter Therapiefolgen. Die Tatsache, dass Nebenwirkungen, wie z. B. Hypersensibilitäten der Zähne oder Schleimhaut- bzw. Gingivareizungen, nur vorübergehend beobachtet wurden, kann keine hinreichende Aussage zur Anwendungssicherheit der Produkte darstellen. Es ist vor allem zu bedenken, dass praktisch alle klinischen Studien durch die Hersteller der Produkte gesponsert sind und dass es sich in den meisten Fällen um Kurzzeituntersuchungen handelt. Die Schlussfolgerung der Autoren der zitierten Arbeit ist eindeutig: Die Ergebnisse der bisherigen Studien müssen in unabhängigen, kontrollierten Studien bestätigt werden und gleichzeitig die Grundlage für die Definition von Anwendungs- und Sicherheitsstandards bilden. Es liegt eine aktuelle EU-Empfehlung zur Anwendung von Bleichprodukten und zur empfohlenen Konzentration peroxidhaltiger Wirkstoffe aus dem Jahre 2007 vor, in der die Anwendung von Bleichmitteln bei Patienten von der fachlichen Begutachtung des Zahnarztes abhängig gemacht wird. Dies bestätigt die Schlussfolgerungen der Autoren der Cochrane-Review und ist gleichlautend mit dem DGZMK-Statement aus dem Jahr 2001: Die Anwendung von Bleichmitteln gehört in die Hand des Zahnarztes! Eine Forderung, die auch dem Patienten – nach Information überden derzeitigen Erkenntnisstand – sowohl vertrauensbildend als auch verständlich erscheinen wird.

Quellen: 1. Barnes DM, Kihn PW, Romberg E, George D, DePaola L, Medina E: Clinicalevaluation of a new 10% carbamide peroxide tooth-whitening agent. Com-pend Contin Educ Dent 19, 968-72 (1998)2. Brunton PA, Ellwood R, Davies R: A six-month study of two self-applied toothwhitening products containing carbamide peroxide. Oper Dent 29, 623(2004)3. Dahl JE, Pallesen U: Tooth bleaching — a critical review of the biologicalaspects. Crit Rev Oral Biol Med 14, 292 (2003)4. European Commission: Scientific committee on consumer products opinionon hydrogen perioxide in tooth whitening. http://ec.europa.eu/comm/health/ph_risk/committees/04_sccp/sccp_opinions_en.htm (2005)5. Gerlach RW, Gibb RD, Sagel PA: Initial color change and color retention with a hydrogen peroxide bleaching strip. Am J Dent 15, 3 (2002)6. Hasson H, Ismail AI, Neiva G: Home-based chemically-induced whitening ofteeth in adults. Cochrane Database Syst Rev 4, CD006202 (2006)7. Mokhlis GR, Matis BA, Cochran MA, Eckert GJ: A clinical evaluation of carbamide peroxide and hydrogen peroxide whitening agents during daytimeuse. J Am Dent Assoc 131, 1269 (2000)8. Sielski C, Conforti N, Stewart B, Chaknis P, Petrone ME, DeVizio W, Volpe AR,Proskin HM: A clinical investigation of the efficacy of a tooth-whitening gel. Compend Contin Educ Dent 24, 612 (2003)9. Stellungnahme der DGZMK: Bleichen von verfärbten Zähnen. Dtsch Zahnärztl Z 56,72 (2001)H. Lang, DüsseldorfPraxisletterPRAXIS • 447 Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift • 63 • 2008 • 7

Praxis Dr. Claus und Dr. Christiane Aletsee - Ihr Zahnarzt in Wiesbaden


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